Die BMW-R75- und Zündapp-KS-750-Wehrmachtsgespanne wurden beim Einsatz im Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 und in der Wüste Nordafrikas bei Rommels Afrika-Korps bekannt.
Das Motorrad wurde speziell als Gespannmaschine für die Deutsche Wehrmacht entwickelt. Technische Besonderheiten wie das angetriebene Seitenwagenrad, das sperrbare Differenzial, die Geländeuntersetzung und der Rückwärtsgang machten die Konstruktion geländetauglich.
Nachdem die Zündapp KS 750 und BMW R75 ein knappes Jahr im Einsatz waren, zeigte sich, dass die Zündapp KS 750 der BMW R75 überlegen war.
Im August 1942 vereinbarten die Zündapp-Werke und das BMW-Werk auf Drängen der Wehrmacht eine Vereinheitlichung beider Gespanne. Der einfachere BMW-Seitenwagen 286/1 sollte weiterproduziert und auch an die Zündapp KS 750 anstelle des drehstabgefederten BW 40 angebaut werden. Das Modell erhielt bei der Zündapp KS 750 die Bezeichnung BW 43.
Die Produktion der BMW R75 als Krad dagegen sollte nach 20.200 Exemplaren eingestellt werden. BMW und Zündapp sollten ab dann gemeinsam nur noch die Zündapp KS 750 mit dem 286/1- bzw. BW-43-Seitenwagen herstellen, und zwar 20.000 im Jahr. Da die 20.200 BMW R75 nicht wie angestrebt bis 1943 erreicht wurden, lief die Produktion der BMW R75 so lange weiter, bis sie nach der Bombardierung des Werks in Eisenach eingestellt werden musste.
Die Wehrmachtsgespanne wurden weiterhin von BMW und Zündapp gebaut, wobei fast 70 % der Bauteile bei beiden Modellen gleich sind. Dies vereinfacht auch heute noch die Ersatzteilversorgung dieser Fahrzeuge, die sich in Händen von Oldtimerfreunden befinden.
Die Wehrmachtsgespanne sind wegen ihrer aufwendigen und robusten Technik als hochwertige Sammlerobjekte sehr begehrt und im Topzustand entsprechend teuer. Ein gut restauriertes Gespann kann im normalen Alltag gefahren und zu Reisen oder Geländefahrten problemlos genutzt werden. Ersatzteile werden zum Erhalt der Verkehrsfähigkeit heute noch nachgefertigt.
1954 sollte in Eisenach eine modifizierte Ausführung der BMW R75 produziert werden. Es entstand allerdings nur eine Kleinstserie zur Erprobung unter dem Namen AWO 700.
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